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Entwicklung Philippinen Drucken E-Mail

Kinder in einer SchuleDie Philippinen stehen vor gewaltigen Herausforderungen. Trotz eines beachtlichen Wirtschaftswachstums, das in den letzten Jahren zwischen zwei und sieben Prozent lag, ist die Zahl der Armen kaum gesunken. Die wirtschaftlichen Fortschritte werden offenbar durch das große Bevölkerungs-Wachstum wieder zunichte gemacht. Jedes Jahr wächst die Zahl der Menschen, die satt werden wollen, um rund eine Million.
Die Philippinen wurden vom Reisexporteur zum größten Importeur. Dazu haben viele Gründe beigetragen, auch eine Vernachlässigung der Landwirtschaft. Viele Menschen können sich keine drei Mahlzeiten leisten. Während der Reiskrise 2008 explodierte die Zahl der Hungernden.


Die Kluft zwischen extrem Armen und extrem Reichen vergrößert sich. Eine traditionelle, in der Kolonialzeit begründete Plünderungsmentalität der Eliten und die weit verbreitete Korruption verschärfen soziale Ungleichheit.

Der Klimawandel trifft die Armen besonders hart, obwohl sie am wenigsten zu ihm beigetragen haben. Wer in einer einfachen Holzhütte leben muss, kann sich vor den zahlreicher und heftiger werdenden Wirbelstürmen und Überschwemmungen kaum schützen.

Viele Kinder können ihre Talente nicht nutzen, denn sie besuchen die Schule viel zu kurz oder gar nicht, weil sie zum Überleben arbeiten müssen. Andere können nicht bei ihrer Familie bleiben, sie sind auf sich allein gestellt. Jungen geraten dann oft ins Gefängnis, und Mädchen müssen sich prostituieren, um zu überleben.

Mit den Menschenrechten ist es nicht weit her: 2009 galten die Philippinen als das weltweit gefährlichste Land für Journalisten, über 30 Medienvertreter wurden ermordet. Wer für die Menschenrechte, für Gewerkschaften oder Bauern eintritt, wird oft als Terrorist verfolgt.

Besonders schwer haben es die indigenen Minderheiten im Land. Die Völker der Ureinwohner werden in ihrer traditionellen Lebensweise von Bergbau-Aktivitäten bedroht, denn viele Siedlungsgebiete sind sehr rohstoffreich.

Aber in all den Schwierigkeiten stecken auch Chancen. Seit vielen Jahren tun zahlreiche Initiativen und Organisationen viel, um das Land weiterzubringen. Die 2010 gewählte neue Regierung weckt zudem viele Hoffnungen auf eine größere Entwicklungsorientierung als in der Vergangenheit.