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Wirtschaft Philippinen Drucken E-Mail

IMG_1889Auch die Philippinen sind in globale Handels- und Wirtschaftsbeziehungen integriert. Das offizielle Wirtschaftswachstum des Landes lag in den letzten Jahren zwischen sieben und – angesichts der Wirtschaftskrise – drei Prozent. Im Land existiert ein wirtschaftliches Nord-Süd-Gefälle. Auf der nördlichen Hauptinsel Luzon gibt es vor allem in den Bereichen Textil und Elektronik eine exportorientierte Industrie. In den südlicheren Teilen überwiegt die Landwirtschaft, die vor allem Kokosprodukte, Ananas und andere Früchte exportiert. Weil in den Philippinen viel Englisch gesprochen wird, kann das Land beispielsweise Dienstleistungen für die frühere Kolonialmacht USA anbieten, etwa in Call-Centern, in der Buchhaltung für große Firmen und in der Software-Entwicklung. Auch der Tourismus bietet Wachstums-Chancen.



Neben solchen formal gesicherten, offiziellen Arbeitsverhältnissen existiert in den Philippinen ein großer informeller Wirtschaftsbereich. Damit sind Arbeiten gemeint, die in keiner Statistik auftauchen, und die vielleicht gerade so das Überleben sichern. Ein Tagelöhner im Hafen zum Entladen von Schiffen, eine kleine Garküche auf dem Bürgersteig, Abfallsammler auf der Müllkippe, ein Spielzeug-Händler an der roten Ampel, ein Zigarettenverkäufer im Park – Jobs, die vielfach sogar von Kinder verrichtet werden müssen, um zum Familieneinkommen beizutragen.

Ohne vernünftig zu wirtschaften, kann keine Gesellschaft vorankommen. Doch was ist ‚vernünftig’? In der marktwirtschaftlich geprägten Weltwirtschaft sollen Nachfrage und Angebot die Preise bestimmen. Triebfeder des Wirtschaftens für den jeweils Einzelnen ist die Möglichkeit, Gewinne zu erzielen. Daraus – sagt manche Wirtschaftstheorie – zieht dann auch die Gesamtgesellschaft Vorteile.
Andere Wissenschaftler meinen, dass die Profit-Möglichkeiten einzelner Unternehmen und Personen begrenzt und vom Staat gesteuert werden sollten, damit ein gesellschaftlicher Nutzen entsteht.

Kommen die Reichtümer und die Wirtschaftsleistung des Landes allen Bürgern zu Gute? Ist die Arbeitskraft eines Menschen dort ausreichend, um sich und seine Familie zu ernähren? Wohin führen die Gewinnabsichten der reicheren Schichten und vieler Unternehmen das Land? Welche Möglichkeiten gibt es, auch die ärmeren Menschen am internationalen Handel teilhaben zu lassen?