Wirtschaft
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In globalen Beziehungen

Die Welt rückt näher zusammen. Es sind vor allem die globalen Handels- und Wirtschaftsbeziehungen, die das Zusammenwachsen verstärken. Produkte und ihre Rohstoffe werden weltweit gehandelt, das birgt große Chancen auf Wohlstand für alle. Die Globalisierung bringt die Länder und ihre Menschen einander näher, es ist beispielsweise unkompliziert geworden, in die meisten Länder zu reisen.

Aber die wirtschaftliche Globalisierung hat viele Schattenseiten, weil sie zu wenigen Regeln unterworfen ist. Zügellose Ausbeutung von Menschen und Natur, Ungerechtigkeiten, extreme Unterschiede in der Verteilung von Reichtum und Armut sind einige ihrer negativen Auswirkungen.

Wie können wir die positiven Aspekte verstärken und die negativen verringern? Eine bedeutende Aufgabe der internationalen Wirtschafts- und Sozialpolitik, aber auch für jeden einzelnen Verbraucher.



Beiträge
Seltene Erden

selteneerden„Seltene Erden“ – ein seltsamer Name. Hinter ihm verbergen sich 17 Stoffe wie Lanthan, Neodym, Europium, Yttrium, Erbium und andere. Was hat es mit diesen merkwürdigen Metallen auf sich? Und warum interessiert sich Bundeskanzlerin Angela Merkel 2011 so sehr dafür, dass sie eigens in die Mongolei fährt?

Die 17 Elemente der so genannten Seltenen Erden sind eigentlich gar nicht so selten wie ihr Name andeutet. Die meisten kommen sogar häufiger vor als Blei, Gold oder Platin. Aber konzentrierte Vorkommen sind selten. Sie kommen stattdessen sehr fein verteilt vor, meist als Mischung mit anderen Mineralien und fallen auch als Nebenprodukt bei der Gewinnung anderer Rohstoffe an.

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Lebensmittelspekulation - Zocken mit dem Menschenrecht auf Nahrung

shutterstock_793716972008 und nochmal 2010/11 gab es Preisexplosionen bei vielen Grundnahrungsmitteln. Der Reis in Asien wurde bis zu dreimal teurer, Mais verteuerte sich in Mittelamerika und Afrika zwischen 53 und 100 Prozent, Weizen zwischen 90 und 300 Prozent. Finanz-Spekulation war offenbar die Hauptursache, meinte die Weltbank: „Wir nehmen an, dass Indexfondsaktivität … eine Schlüsselrolle bei der Preisspitze von 2008 gespielt hat. Biosprit spielte auch eine gewisse Rolle, aber viel weniger, als ursprünglich gedacht. Und wir finden keinen Beleg, dass die angeblich gestiegene Nachfrage aus Schwellenländern irgendeinen Effekt auf die Weltmarktpreise hatte.“

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„Kinder“ Schokolade – im wahrsten Sinn des Wortes

shutterstock_51570274Unsere leckere Schokolade!   Die meisten Menschen lieben sie, und die Hälfte aller Schokolade weltweit essen wir in Europa. Schokolade zu essen nicht so harmlos wie wir vielleicht glauben – vor allem nicht für Kinder in Afrika. Der größte Teil des Kakaos, der in unserer Schokolade steckt, stammt von Plantagen der Elfenbeinküste. Dort arbeiten nach Schätzungen von UNICEF über 200.000 Kindersklaven unter erbärmlichen Bedingungen auf Kakaoplantagen.

 Der Ursprung des Kakaos liegt in Mittelamerika, im Gebiet des heutigen Mexiko, Guatemala und Honduras. Dort lebten die Völker der Azteken und Mayas. Deren Vorfahren bauten bereits um das vierte Jahrhundert Kakao an. Aus gemahlenem Kakao, mit Chili, Vanille und Honig gewürzt, bereiteten die Azteken einen wahrhaften Powerdrink, die "Xocolatl", Das bedeutet das „Getränk der Götter“.

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Die Ressource Arbeit – zwischen Selbstverwirklichung und Sklaverei
shutterstock_73009126Arbeit prägt das Leben aller Menschen, sie ist eine weltweite Ressource mit vielfältigen Aspekten. Für die allermeisten Menschen ist die Arbeit überlebensnotwendig, weil sie ein Einkommen ermöglicht. Um die Bezahlung von Arbeit wird viel gerungen, denn die Kosten für viele Produkte einerseits und der Wohlstand der Arbeitenden andererseits hängen von den Löhnen ab. Gewerkschaften vertreten dabei die Interessen der Arbeit-„Nehmer".

Die Arbeit-„Geber" hingegen müssen möglichst günstig herstellen, um dem Druck der internationalen Konkurrenz standhalten zu können.

Gute Arbeit gibt dem Leben aber auch Sinn und Erfüllung – sie ist Teil aller Überlegungen, sich selbst zu verwirklichen. Wer zu viel Arbeit hat, leidet jedoch manchmal unter Belastung und Stress bis hin zu krank machendem Burnout. Lohnarbeit wird bezahlt, aber viele wichtige Tätigkeiten werden auch freiwillig kostenlos verrichtet – im Haushalt, in der Kindererziehung, in Ehrenämtern – und die sind natürlich ebenfalls Arbeit.

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Wirtschaft Philippinen

IMG_1889Auch die Philippinen sind in globale Handels- und Wirtschaftsbeziehungen integriert. Das offizielle Wirtschaftswachstum des Landes lag in den letzten Jahren zwischen sieben und – angesichts der Wirtschaftskrise – drei Prozent. Im Land existiert ein wirtschaftliches Nord-Süd-Gefälle. Auf der nördlichen Hauptinsel Luzon gibt es vor allem in den Bereichen Textil und Elektronik eine exportorientierte Industrie. In den südlicheren Teilen überwiegt die Landwirtschaft, die vor allem Kokosprodukte, Ananas und andere Früchte exportiert. Weil in den Philippinen viel Englisch gesprochen wird, kann das Land beispielsweise Dienstleistungen für die frühere Kolonialmacht USA anbieten, etwa in Call-Centern, in der Buchhaltung für große Firmen und in der Software-Entwicklung. Auch der Tourismus bietet Wachstums-Chancen.

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Armut in den Philippinen

Wohnen im SlumDie Philippinen gelten als ressourcenreiches Land. Sie sind die älteste Demokratie Asiens. Und doch ist es ein Land, in dem über 60 Prozent der Menschen weniger als zwei US-Dollar am Tag zum Leben haben und zudem gezwungen sind, ein Leben ohne ausreichende soziale Absicherung wie z.B. Kranken- oder Sozialversicherungen zu führen. 86 Prozent der Menschen haben weniger Einkommen zur Verfügung als sie bräuchten, um ein menschenwürdiges Leben zu führen, wie dies von dem Nationalen Statistikamt NCSB definiert wird.

15 von 100 Familien haben nicht einmal genug Mittel, um sich ausreichend mit Nahrungsmitteln versorgen zu können. 3,8 Millionen Familien (und damit etwa 23 Millionen Menschen) sind von Hunger betroffen, vier Prozent der Bevölkerung haben „oft“ oder „immer“ nicht genug zu essen. Die Zahl der Filipin@s, die von Hunger betroffen sind, hat sich in den letzten sechs Jahren vervierfacht, von 5 Prozent in 2003 zu 20 Prozent im Juni 2009. 

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Die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise auf die Philippinen
IMG_7946Was haben ein/e HausbesitzerIn in den USA, ein/e BankerIn in Deutschland und ein/e ArbeiterIn aus den Philippinen gemeinsam?

Auf den ersten Blick scheint es keine Gemeinsamkeiten zwischen den dreien zu geben. Doch alle drei sind von der weltweiten Wirtschaftskrise betroffen. Sie verloren entweder ihr Haus oder ihren Job. Wie ist das passiert?

Sehr vereinfacht dargestellt kann man sagen, dass in den USA bis Ende 2007 Kredite für den Kauf von Immobilien, hauptsächlich Wohnungen und Häuser, von Banken bereitgestellt worden sind, ohne genauer zu prüfen, ob die Immobilienkäufer/innen sich diese überhaupt leisten können. Im Grunde haben die Banken Geld in Form von Krediten verliehen, von denen sie nicht wussten, ob sie es zurückbekommen. Kredite bergen immer ein gewisses Risiko für die Banken. Das Risiko ist, dass Banken ihr verliehenes Geld nicht wiederbekommen. Daher schlagen die Banken immer einen gewissen Prozentsatz zur Risikoabsicherung, neben anderen Zuschlägen, auf die Kredite. Wenn man sich zum Beispiel 100.000 Euro für eine Wohnung leiht, muss man über einen vorher festgelegten Zeitraum 100.000 plus Zinsen und Gebühren zurückbezahlen.

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Lehren aus der Hungerkrise

Freihandel mit der EU würde die philippinischen Kleinbauern gefährden

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Die Hungerkrise kam in den Philippinen nicht über Nacht. Nationale politische Entscheidungen haben die philippinische Landwirtschaft herabgewirtschaftet und das Land von Importen abhängig gemacht. Heute will die Regierung die Landwirtschaft wieder stärken. Ein so genanntes Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union (EU) könnte diese Bemühungen aber erschweren.

Die jüngste Hungerkrise traf die Philippinen mit voller Wucht. Als 2007 und 2008 die Weltmarktpreise für Agrarrohstoffe in die Höhe schnellten, bekamen philippinische Konsumenten dies sogleich schmerzlich zu spüren. Allein zwischen Januar und Juni 2008 stiegen die Preise für das weltweit wichtigste Grundnahrungsmittel Reis um 53 Prozent. In einer Art Panikreaktion kaufte die philippinische Regierung - zu völlig überhöhten Preisen - vier Millionen Tonnen Reis auf dem Weltmarkt ein und verkaufte ihn günstig an arme Konsumenten in den Städten. Die Hungerkatastrophe konnte sie dadurch zwar abfedern, nicht aber verhindern. Schon 2006 galten 15 von 100 Filipin@s als chronisch unterernährt. Dieser Anteil der Hungernden stieg mit den Preissteigerungen der Grundnahrungsmittel schätzungsweise um weitere 18 auf über 30 Prozent.

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Tourismus in den Philippinen
 StrandWer als ausländischer Tourist auf dem Internationalen Flughafen in Manila ankommt, reist entweder direkt weiter zu den Traumständen etwa auf der Insel Boracay oder er fährt zunächst in eines der besseren Hotels am Roxas Boulevard an der Manila Bay. Vollklimatisiert untergebracht und von vielen helfenden Händen umsorgt, stört nichts die Erholung und die beginnenden Urlaubsfreuden.

Nur wer sich aus dem Hotel begibt, und beispielsweise durch den Stadtteil Ermita spazieren geht, stößt auf Widersprüche: Riesige bewachte luxuriöse Einkaufszentren, in denen Waren und Angebote jeder Art zu haben sind: Designer- und Marken-Kleidung, Spielwaren, Unterhaltungselektronik und die aktuellsten Mobiltelefone. Nur ein paar Meter entfernt machen abends zahllose Bars, Kneipen und Restaurants auf und versuchen, die Touristen hineinzulocken. Ein paar Ecken weiter breiten Obdachlose ihre Pappkartons aus, und legen sich mit ihren Kindern auf dem Bürgersteig oder in einer Hauseinfahrt zum Schlafen hin...

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Landwirtschaft

ReisfelderDie Philippinen sind ein Agrarland. Reis, Kokosnüsse, Mais, Zuckerrohr, Bananen, Ananas und Mangos sind die wichtigsten landwirtschaftlichen Produkte.

Auf den Philippinen wird fast die Hälfte der gesamten Fläche für die Landwirtschaft genutzt. Knapp 40 von 100 Filipin@s arbeiten in der Landwirtschaft (zum Vergleich: In Deutschland sind es nur zwei von 100). Die Felder werden meistens per Hand bestellt und geerntet. Statt großer Traktoren verrichten Wasserbüffel die Zugarbeit beim Pflügen und beim Transport. Maschinen werden eher selten genutzt, denn sie sind für die meisten kleinen Farmer viel zu teuer.

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Der Faire Handel auf den Philippinen

Traumland mit Schattenseiten

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Die tropischen Inseln der Philippinen locken ihre BesucherInnen mit herrlichen Landschaften, Traumstränden und einer vielfältigen Bevölkerung. Bei genauerer Betrachtung entpuppt sich das beliebte Reiseziel vieler Touristen als Land der Extreme zwischen Arm und Reich. Ein großer Teil der philippinischen Bevölkerung lebt unterhalb der absoluten Armutsgrenze, das heißt von weniger als zwei US-Dollar pro Tag.
Durch die weltweite Finanz-, Wirtschafts- und Hungerkrise der vergangenen Jahre hat sich die Situation noch weiter verschlechtert. Während immer mehr Menschen auf den Philippinen am Rande des Existenzminimums leben müssen, besitzen und kontrollieren nur etwa 200 wohlhabende Familien 70 Prozent des Volksvermögens. Mit ihrem enormen Einfluss im Kongress und beim Militär sichern sie sich seit Generationen ihre Privilegien. So überrascht es nicht weiter, dass trotz langjähriger Landreformen sieben von zehn BäuerInnen immer noch kein eigenes Land besitzen während 80% der privaten Ackerfläche in den Händen einiger Weniger ist. Riesige Flächen besonders fruchtbaren staatlichen Ackerlandes wurden zudem von der Regierung langfristig an ausländische Großunternehmen verpachtet.

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